Das neue Premium-Event feiert Premiere

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Das neue Premium-Event feiert Premiere

Tischtennis ist, so wie jede andere Sportart auch, einem beständigen Wandel unterworfen. Bestes Beispiel ist die Damen-Tenniswelt, die ihre Turniere an jene der Herren anpassen möchte. Die ersten Schritte dazu sind bereits gesetzt. Tischtennis orientiert sich ebenfalls verstärkt an der Tennis-Welt. Die letzte Innovation ist das World Table Tennis. Dieses soll laut Aussage des Weltverbandes ITTF die Zukunft des Tischtennis-Sports einläuten. Premiere feiert das neue Format bei der World Table Tennis Macao.

Der internationale Tennisverband möchte mit der Neuorganisation und Umbenennung der Turniere Tischtennis für die Fans und Sponsoren attraktiver gestalten. Spitzenevents mit vielen Stars sollen den Sport noch attraktiver machen und mehr Geld in die Kassen spülen. Man erhofft sich also in erster Linie eine Umsatzsteigerung. Gleichzeitig soll der Sport damit für mehr Unterhaltung sorgen und verstärkt Aufmerksamkeit in den Medien und bei Sportinteressierten generieren. Das Motto wurde dabei so richtig schön tiefschürfend formuliert: Tischtennis soll zukünftig einen tiefgreifenden Einfluss auf das Leben aller Menschen weltweit haben.

Erster Test absolviert

Ob sich diese umfassende Vision auch in die Realität umsetzen lässt wird, man wohl erst in einigem zeitlichen Abstand feststellen können. Die Verantwortlichen gingen jedenfalls vorsichtig ans Werk. Vor der Premiere verkündete man, dass das World Table Tennis Macao lediglich einen Test darstellen soll. Nach dem ersten Turnier lässt sich zumindest schon einmal folgendes feststellen. Die Präsentation war ganz klar ein großer Fortschritt. Die Veranstalter haben nicht zu viel versprochen. Der geänderte Turnierablauf und die unterschiedlichen Zählweisen könnten jedoch überfordern. Die Neuerung der Sudden-Death-Regel ist sicherlich der Spannung einträglich und eine gute Innovation. Ob die Herabstufung von Top-Events, wie den Tischtennis-Weltmeisterschaften oder gar den Olympischen Spielen dem Sport so guttun wird, bleibt zweifelhaft.

Grundsätzlich bezeichnet der Verband seine Besetzung der Turniere nunmehr als Blockbuster Line-up. In Macao gingen jeweils 16 Damen und 16 Herren an den Start. Mit dabei waren auch drei Spieler aus der deutschen Tischtennis-Bundesliga. Mattias Falck vom SV Werder Bremen ging ebenso an den Start, wie Hugo Calderano vom TTF Liebherr Ochsenhausen und Gustavo Tsuboi vom TTC OE Bad Homburg. Alle Spieler mit einer Setzlisten-Position zwischen den Plätzen fünf und 16 traten an den ersten beiden Tagen in Battle Rounds an. Dabei kämpften die Spieler der Position neun bis 16 in einem K-O-Modus um den Aufstieg. Am nächsten Tag ging es dann gegen die Spieler mit den Positionen fünf bis acht. Gleichzeitig spielten die Besten der Besten auf den Rängen eins bis vier im Seed Battle um ihre Setz-Position für das Viertelfinale. Danach folgen wie gewohnt Halbfinale und Endspiel. Bis zum Halbfinale wurden fünf Sätze gespielt, danach sieben und im Finale ging es über maximal neun Sätze.

Erster Test absolviert
Erster Test absolviert

Das Sudden Death kommt nun bei diesen Events zum Einsatz. Zukünftig reicht also ein 11:10 zum Satzgewinn. Der Zwei-Punkte-Vorsprung ist daher nur noch in erforderlichen Entscheidungssätzen notwendig. Die Ausnahme bildet der Seed Battle, dabei wird immer mit Sudden Death gespielt. Der Turnierkalender baut sich zukünftig mit WTT Star Contenders und WTT Contenders auf. Dazu kommen noch die Grand Smashes, die Cup Finals und die WTT Champions. Dabei erwarten die Teilnehmer millionenschwere Preisgelder. Es tut sich also sehr viel in der Tischtennis-Welt. Jetzt wird es interessant zu sehen sein, wie die Fans die Änderungen aufnehmen.