Deutschlands Bewerbung für die WM ist gescheitert

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Deutschlands Bewerbung für die WM ist gescheitert

Im September dieses Jahres hatten sich der Deutsche Tischtennis Bund und die Stadt Düsseldorf gemeinsam der Tischtennis-Welt präsentiert. Ziel des gemeinsamen Auftretens war es, die Tischtennis Weltmeisterschaft 2023 nach Deutschland zu holen. Die Präsentation fand im Rahmen einer Video-Konferenz in virtueller Form statt. Das Ganze war Bestandteil des Annual General Meetings der ITTF. Die Abstimmung über die Vergabe der Weltmeisterschaft 2023 fand am 28. September statt.

Für die deutsche Bewerbung setzte sich auch die höchste Vertreterin des Landes ein. Bundeskanzlerin Angela Merkel war sicherlich die prominenteste Fürsprecherin dafür, dass die Elite des Tischtennis 2023 ihren Weltmeister in Deutschland kürt. Dabei galt es allerdings noch den einzigen Mitbewerber aus dem Feld zu schlagen. Das südafrikanische Durban bewarb sich ebenfalls für die Austragung des prestigeträchtigen Bewerbes.

Ungewöhnliche Form der Bewerbung

Video-Konferenzen sind in Zeiten wie diesen ja nichts Besonderes mehr. Doch als es im September darum ging, Deutschland möglichst gut zu präsentieren, war die Stimmung sicherlich etwas angespannt. Konkret sollte die Weltmeisterschaft ja in Düsseldorf stattfinden. Bislang war es ja so gewesen, dass im Vorfeld einer Vergabe zahlreiche persönliche Gespräche auf der Tagesordnung standen. So konnten die Bewerber auf Fragen und Vorbehalte der Delegierten eingehen und versuchen diese für die eigene Bewerbung zu überzeugen. Die deutsche Bewerbung wurde diesmal vom DTTB-Präsident Michael Geiger und dem Generalsekretär Matthias Vatheuer vertreten. Die elektronische Bewerbung versprach darüber hinaus zahlreiche Hindernisse.

Niemand wusste währenddessen so genau, wie viele Delegierte überhaupt vor den Bildschirmen saßen. Immerhin arbeitet die Tischtennis-Welt in nicht weniger als 37 Zeitzonen. Doch jene Delegierten, die die Präsentation verpasst hatten, konnten diesen immerhin im Nachhinein ansehen. Nach einer zehnminütigen Fragerunde war die Vorstellung von Deutschland als Austragungsort der Tischtennis-Weltmeisterschaft dann beendet. Das ITTF ging im Vorfeld davon aus, dass bis zu 250 Personen als Zuschauer mit dabei waren. Den ganzen September über hatten sich die Delegierten untereinander ausgetauscht. Schließlich gibt es insgesamt 225 Nationalverbände.

Von Timo Boll bis Angela Merkel

Der Aufwand für die elektronische Präsentation Deutschlands war beträchtlich. Für diesen Zweck wurde erstmals ein aufwendig produziertes Video eingereicht. Den Informationsteil übernahm eine englischsprachige Profi-Moderatorin. Timo Boll, Dimitrij Ovtcharov und dessen Frau demonstrierten zum Abschluss die Tischtennis-Verrücktheit von Düsseldorf auf humoristische Art und Weise. Den Abschluss bildete ein Grußwort von Bundeskanzlerin Angela Merkel. Düsseldorf war ja bereits im Jahr 2017 der Austragungsort der Tischtennis-Weltmeisterschaft. Diesmal wollte man noch etwas draufsetzen. Damals waren 60.000 Zuschauer mit dabei. Sie füllten an den acht Tagen der Veranstaltung die Messehallen von Düsseldorf. Organisation und Präsentation des Events waren perfekt, diesmal wollte man alles noch besser machen. Geplant war ein großes Tischtennis-Festival für die Zuschauer und Sportler. Doch es sollte anders kommen.

Von Timo Boll bis Angela Merkel
Von Timo Boll bis Angela Merkel

Es ist Zeit für Afrika

Die Delegierten entschieden sich für den einzigen Konkurrenten der Deutschen. Damit bekommt die Tischtennis-Welt die erste Weltmeisterschaft auf dem afrikanischen Kontinente seit dem Jahr 1939. Die Stimmberechtigten entschieden sich mit 90 zu 39 Stimmen für Durban. Deutschland gratulierte seinem Mitbewerber und wird sich nun zum 100-jährigen Verbandsjubiläum für die Weltmeisterschaft 2025 bewerben.