Die Tischtennis-Weltrangliste sorgt für Kritik

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Die Tischtennis-Weltrangliste sorgt für Kritik

Das Tischtennis war, so wie viele andere Sportarten in diesem Jahr auch, gezwungen immer wieder zu pausieren. Im Spätherbst kam endlich wieder Bewegung in die Sache. Seit April waren die Wettkämpfe eingefroren gewesen, ab November startete China die Wettkämpfe neu. Damit rückte auch das Ranking in der Tischtennis-Weltrangliste wieder in den Mittelpunkt des Geschehens. Dieses war schon längere Zeit in der Kritik gestanden.

Vor rund drei Jahren hatte die Internationale Tischtennis Vereinigung das neue Punktevergabesystem eingeführt. Seit damals wird die Weltrangliste nach diesem System berechnet. Profitiert hatten von dieser Änderung ausgerechnet die Athleten aus Deutschland. Zunächst stieß Dimitrij Ovtcharov auf Platz eins vor, bevor ihn Timo Boll überholte und sich die Nummer eins sicherte. Der freute sich natürlich, doch seine folgende Kritik am System war berechtigt. Schließlich belohnt die Punktevergabe die Vielspieler unter den Turnierspielern.

Anlehnung an Tennis

In der Vergangenheit gab es für gewonnene Spiele Pluspunkte und für verlorene Spiele Minuspunkte. Damit wurden jene Spieler honoriert, die es geschafft haben einen höher rangierten Gegner besiegt zu haben. Das veranlasst viele Europäer dazu, nicht nach China zu fliegen, um nicht eine Niederlage gegen schlecht gesetzte Asiaten zu kassieren. Das neue System ist offenbar an jenes vom Tennis angelehnt. Hier erhält man Punkte für das Erreichen der nächsten Runde. Es zählen die besten acht Ergebnisse bei Tischtennis-Turnieren. Alles andere wird als Streichergebnis gewertet.

Ziel des Verbandes war es von Beginn an das Ranking dynamischer zu gestalten. Schließlich schadet zu viel Monotonie dem Sport. Die Fans wollen spannende Spiele und entsprechende Action in der Weltrangliste. Gleichzeitig wollte man so die Spieler aus anderen Kontinenten dazu ermuntern flexibler zu werden und auch Turniere fernab der Heimat zu spielen. Dieses Ziel wurde sicherlich erreicht. Auch die deutschen Tischtennisspieler schwärmen nun verstärkt aus. Die Fans überall auf der Welt freut diese Entwicklung, denn so haben sie die Chance ihre Stars öfter mal live zu sehen und das durchaus auch an exotischen Orten.

Stress für die Sportler

Für die Aktiven bedeutet dies jedoch eine höhere Belastung. Sie reisen mehr und stehen unter Druck ihre Ergebnisse zu verteidigen. Wer also neben den Events auf internationaler Ebene regelmäßig in der Liga spielen muss, ist nun ganz schön gefordert. Das führt zu einer Abwertung der lokalen Ligen. Der internationale Verband schaut natürlich zuerst auf seine Veranstaltungen und möchte diese so attraktiv wie möglich gestalten. Die regionalen Ligen könnten dabei längerfristig durch die Finger sehen. Das bringt die Profis in eine Zwickmühle. Sie können ihren Lebensunterhalt nicht ausschließlich von den Preisgeldern internationaler Turniere bestreiten, sondern sind auch auf das Einkommen aus den Ligen angewiesen.

Stress für die Sportler
Stress für die Sportler

Kritisch sehen manche Beobachter auch die gleichwertige Punkteverteilung je nach Kontinent. Es ist schließlich deutlich schwieriger Asienmeister zu werden, als Europameister. Das sollte auch in den Regeln seinen Niederschlag finden. Der Internationale Tischtennis Verband weist die Kritik bisher zurück. Er geht weiter davon aus, dass er ein faires und neutrales System installiert hat. Seiner Meinung nach haben alle Sportler die gleichen Voraussetzungen erfolgreich zu sein. Es bleibt also spannend in der Tischtennis-Welt. Gerade erst wurden die World Table Tennis Events eingeführt, auch sie sorgen für Diskussionen.