Die World Table Tennis Macao im Fokus

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Die World Table Tennis Macao im Fokus

Die zahlreichen Neuigkeiten, die der Internationale Tischtennis Verband angekündigt hatte, erblickten nun vor kurzem zum ersten Mal das Licht der Öffentlichkeit. Schauplatz war Macao. Dort fand der erste neue Premium-Event im Tischtennis statt. Bei der World Table Tennis Macao wollten die Beteiligten herausfinden, ob die Änderungen ihren Praxistest bestehen würden. Eine erste Bilanz nach dem Turnier fällt gemischt aus. Während Neueinführungen wie der Sudden-Death begrüßt werden, stehen die zahlreichen Regeländerungen noch auf dem Prüfstand.

Zahlreiche Traditionalisten waren ob der Änderungen in heller Aufregung. Schließlich würde das bedeuten sich von vielen seit Jahrzehnten geltenden Bedingungen zu verabschieden. Und Abschiede fallen bekanntermaßen immer schwer, vor allem wenn es um Liebgewonnenes geht. Doch der Internationale Tischtennis Verband wollte seine Turnierserie professionalisieren und zugleich auch kommerzialisieren. Das Spiel sollte mehr Spannung und mehr Geld bringen und so noch mehr Fans an die Bildschirme fesseln.

Übertragung top

Was den produktionstechnischen Teil der Übung betrifft, muss man wohl sagen, dass diese gelungen ist. Die Präsentation war ohne Zweifel ein Augenschmaus. Das sah zu Beginn jedoch gar nicht danach aus. Denn schon im Vorfeld waren einfach zu wenige Informationen in den Medien sichtbar. Doch als es dann endlich losging, kam durchaus Freude auf. Die neue Präsentation der Tische in Schwarz mit Akzenten in Orange vermittelte einen stylischen und hochwertigen Eindruck. Der Einmarsch und die Vorstellung der Spieler trieb den Fans ebenfalls die Freude in die Augen. Der Center-Court konzentrierte alle Aufmerksamkeit auf diesen einen Tisch und das war gut so. Es gab keine unnötigen Pausen.

Damit nicht genug, schienen sich die Verantwortlichen umfangreiche Gedanken über die Kamerawinkel gemacht zu haben. Das sorgte schon im Vorfeld des Events für zahlreiche Diskussionen im Netz. Während die eine Seite diese heftig kritisierte, zeigten sich andere durchaus begeistert. In der Praxis zeigte sich, dass die erhöht aufgestellte Hautkamera, die seitlich das Bild auffängt, durchaus Vor- und Nachteile bringt. Sie zeigt beide Spieler gleichberechtigt im Bild. Die Geschwindigkeit, mit der gespielt wird, kommt besser zur Geltung. Doch gleichzeitig verdeckte diese Perspektive auch viele Aufschläge für den Zuschauer. Schneidet ein Spieler seine Bälle stark an, so sind die Flugkurven für den Fan nicht so gut sichtbar, wie von der alten Perspektive aus.

Es hat sich wieder einmal gezeigt, dass es für den Sport keine perfekte Kameraperspektive gibt, die die gesamte Action gleichermaßen spektakulär einfängt. Doch die Mischung macht den Reiz des Events aus Macao aus. Denn zusätzlich setzten die Produzenten auch noch eine bewegliche diagonale Kamera ein. Diese zeichnete in Slow-Motion auf und brachte Abwechslung in die TV-Bilder. Zusammengefasst lässt sich sagen, dass die TV-Bilder ansprechend waren und Spaß machten. Sogar die Veröffentlichung über die diversen Social-Media-Kanäle ließ wenig zu wünschen übrig.

Regeländerungen ambivalent

Etwas Verwirrung schafften die unterschiedlichen Zählweisen, je nach Runde. Das trägt zur Verwirrung bei und könnte für Neulinge schwierig zu verstehen sein. Gerade der Einsatz der Sudden-Death-Regel in Verbindung mit weniger Durchgängen könnte die Spannung erhöhen und Außenseitern mehr Chancen geben. Die Regelanpassungen müssen daher wohl noch etwas nachgeschärft werden. Doch der Mut zur Innovation und zu einer professionellen Präsentation des Sports sollte trotzdem gewürdigt werden.