War Werner Schlager der Letzte seiner Art?

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War Werner Schlager der Letzte seiner Art?

Selten wird eine internationale Sportart von einem Land so dominiert, wie Tischtennis von den Sportlern aus China. Die zahllosen Erfolge der Athleten aus dem Reich der Mitte haben dazu geführt, dass ein chinesischer Sieg mittlerweile als gegeben angenommen wird. Ja, es gilt geradezu als ungeschriebenes Gesetz, das am Ende eines jeden Großevents ein Spieler aus China ganz oben am Podest steht. Nur sehr selten gelang es bisher Spielern anderer Nationalitäten dieses Gesetz zu brechen.

Ein Österreicher wird Weltmeister

Der Letzte, der für dermaßen Aufsehen in der Tischtenniswelt sorgte, war der Österreicher Werner Schlager. Als er im Jahr 2003 die Tischtennisweltmeisterschaften in Paris gewann, stand die Tischtenniswelt Kopf. So etwas hatte niemand mehr erwartet, die Sensation war perfekt. Möglicherweise war Schlager der letzte Spieler, dem es gelang, die chinesische Phalanx an Weltklasse-Athleten zu durchbrechen. Gut möglich, dass sich so eine Sensation nicht mehr wiederholen wird. 17 Jahr ist es mittlerweile her, dass ein Nichtchinese Weltmeister im Tischtennis wurde. Sollten diese Spiele wie geplant abgeschafft werden, dann geht Werner Schlager tatsächlich in die Geschichtsbücher ein. Der internationale Verband möchte sich schließlich in Zukunft deutlicher am Tennis orientieren. Daher plant man die Einführung von Grand Slam Turnieren, diese sollen die Weltmeisterschaften ersetzen und für noch mehr Spannung sorgen.

Mehr als zwei Drittel aller Medaillen

Werner Schlager war zum Zeitpunkt seines Erfolges zwar durchaus ein Weltklassespieler, doch ein Sieg schien eigentlich denkunmöglich zu sein. Und doch passierte dieses Tischtenniswunder. Doch dieses Ausnahmeturnier rüttelte die Spieler aus China dramatisch auf. Schließlich ist Tischtennis dort so etwas wie ein Nationalsport. Das zeigt sich auch in der Medaillenbilanz von China bei Großereignissen. Das Land dominiert diese nun schon fast fünfzig Jahre lang. Mit 38 von 50 möglichen Titeln bei den Herren und unglaublichen 22 von 25 möglichen Titeln bei den Damen ist eigentlich alles gesagt. Damit das auch in Zukunft so bleibt, hat das Land noch mehr Anstrengungen unternommen, um seine Vormachtstellung zu untermauern und auszubauen. Seit dem Sieg von Schlager gingen alle Siege nach China. Das betrifft nicht nur die Damen- und die Herren-, sondern auch die Mannschaftsbewerbe. Wie stark die Spieler tatsächlich sind zeigt auch ein Blick in den Medaillenspiegel. Dort haben die Sportler 137 von 199 möglichen Medaillen gewonnen. Der schärfste Verfolger Schweden kommt im Vergleich dazu lediglich auf 18 Medaillen.

Mehr als zwei Drittel aller Medaillen
Mehr als zwei Drittel aller Medaillen

Alle Stars besiegt

Werner Schlager war zum Zeitpunkt seines Triumpfes die Nummer sechs der Tischtennisweltrangliste. Nach seinem Erfolg lag er sogar auf Platz eins. Seine Gelassenheit verhalf ihm zu jener Ruhe, die notwendig war, um die nervliche Anspannung zu verkraften. Als er im Viertelfinale den Titelverteidiger Wan Liqin eliminierte, schien die Sensation zum Greifen nahe. Im Halbfinale gewann er gegen den Olympiasieger Kong Linghui. Im Finale bezwang er dann Joo Se Hyuk aus Südkorea und krönte sich zum besten Tischtennisspieler der Welt. Damit verhalf er seinem Sport zu nie gekannter Popularität. Werner Schlager wurde im Jahr 2003 dann auch folgerichtig zum Sportler des Jahres in Österreich gekürt.